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Superuser-Skandal im Online-Poker: Malware legte Karten von High-Stakes-Spielern offen – so schützt du dich

5 Min. Lesezeit · Veröffentlicht

Aktualisiert am 7. Oktober 2026.

In Updates von zwei Zusatzprogrammen für Online-Poker, Jurojin Poker und IntuitiveTables, war Malware versteckt. Sie verschaffte einem Betrüger Fernzugriff auf die Bildschirme von High-Stakes-Spielern. Im Klartext: Er sah die verdeckten Karten seiner Opfer. Die Botschaft für alle Spieler ist klar: Das Risiko lag nicht beim Pokerraum, sondern in der Software auf dem eigenen Computer.

Titelbild: Superuser-Skandal im Online-Poker – Malware in Zusatzsoftware legte Karten offen

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Angriff betraf rund 30 High-Stakes-Spieler, wobei 10 bis 30 Computer in Europa, Nordamerika und Ozeanien identifiziert wurden.
  • Die manipulierten Updates wurden laut Jurojin selbst ab Juni 2025 mit Unterbrechungen verteilt.
  • Als Werkzeug diente der Mesh Agent von MeshCentral, ein legitimes Programm für Fernzugriff.
  • Das verdächtige Konto nutzte den Namen Paul Gregg und taucht in Berichten im Zusammenhang mit GGPoker, CoinPoker und ACR auf.
  • CoinPoker erklärt, das Konto gesperrt und mehr als 100.000 US-Dollar eingezogen zu haben. ACR hat eine Sperre gegen Bildschirmaufnahmen eingeführt.

Was passiert ist

Der Fall nahm Ende September Fahrt auf, nachdem der unter dem Namen WolfSec0x0 bekannte Sicherheitsforscher die Operation auf X öffentlich gemacht hatte. Am 1. Oktober bestätigte Jurojin, dass sein Update-System kompromittiert worden war. Laut dem Unternehmen tauschte ein Angreifer Update-Pakete aus, die an eine bestimmte Gruppe von Nutzern verschickt wurden, und ein Teil davon enthielt Tools für Fernzugriff.

IntuitiveTables bestätigte ebenfalls, Ziel desselben Angreifers gewesen zu sein. Mit beiden Programmen organisieren Spieler, die an vielen Tischen gleichzeitig spielen, ihre Fenster und Hotkeys. Deshalb waren die Opfer High-Stakes-Regulars und keine Freizeitspieler.

Der Spanier Ignacio Morón ist der meistzitierte Fall. Er berichtet von Verlusten zwischen 150.000 und 200.000 US-Dollar in mehreren Pokerräumen, darunter rund 60.000 US-Dollar in einer einzigen 15-minütigen Session.

Welche Pokerräume im Fall auftauchen

Laut den bisher veröffentlichten Informationen wurde kein Pokerraum selbst gehackt. Das verdächtige Konto spielte jedoch in mehr als einem davon:

  • GGPoker: Der Coach Patrick Howard gibt an, im September eine Analyse mit auffälligen Zahlen zum Konto Paul Gregg eingereicht zu haben. Der Pokerraum bestätigte den Kontakt, veröffentlichte aber kein Ergebnis.
  • CoinPoker: Laut den Botschaftern Patrick Leonard und Mario Mosböck hatte der Pokerraum das Konto, das den Nickname Europe nutzte, bereits gesperrt, mehr als 100.000 US-Dollar eingezogen und Beträge an Opfer zurückerstattet.
  • ACR (WPN-Netzwerk): CEO Phil Nagy leitete eine Untersuchung zu verdächtigen Konten ein und führte den Screen Shield ein, der Programme zur Bildschirmaufnahme und -freigabe daran hindert, die Tische zu sehen.

Wichtig: Bisher gibt es weder eine formelle Anklage noch eine behördliche Entscheidung gegen eine identifizierte Person. Es gibt nur Untersuchungen der Pokerräume und Berichte von Spielern.

Was das für Spieler weltweit bedeutet

Der Angriff war gezielt. Über die rund 30 betroffenen High-Stakes-Spieler hinaus sind bisher keine weiteren Opfer öffentlich bekannt. Trotzdem zeigt der Fall eine Schwachstelle, die jeden Spieler betrifft: Alles, was während des Spiels auf deinem Computer läuft, kann deinen Bildschirm sehen. Dazu gehören HUDs, Tisch-Organizer, im Hintergrund geöffnete Solver und Erweiterungen.

Ein weiteres Detail: Laut PokerNews nutzten die Täter auch gefälschte Websites, die Pokerräume imitierten. Wer den Client eines Pokerraums oder Tools über Links aus Gruppen, Anzeigen oder privaten Nachrichten herunterlädt, geht ein größeres Risiko ein. Bevor du dich für einen Pokerraum entscheidest, schau dir unsere Liste der besten Online-Pokerräume an und lade den Client nur von der offiziellen Website herunter.

Wenn du in App-Clubs spielst, gelten die gleichen Vorsichtsmaßnahmen. Wie diese Clubs funktionieren, erklären wir im Ratgeber zu PPPoker und PokerBros.

Was du jetzt tun solltest

  1. Aktualisiere Pokerprogramme nur über die offizielle Website des Herstellers. Vermeide Installationsdateien, die dir von Dritten geschickt wurden.
  2. Öffne unter Windows die Liste der installierten Programme und der laufenden Dienste. Such nach Mesh Agent, MeshCentral oder anderen Fernzugriffstools, die du nicht kennst.
  3. Lass ein aktuelles Antivirenprogramm laufen und aktiviere die Zwei-Faktor-Authentifizierung im Pokerraum und bei deinem E-Mail-Konto.
  4. Wenn du Jurojin oder IntuitiveTables nutzt, sieh dir die offiziellen Mitteilungen an und ändere im Zweifel deine Passwörter von einem anderen Gerät aus.
  5. Wenn dir etwas Ungewöhnliches auffällt, zum Beispiel ein Gegner, der jede Entscheidung gegen dich richtig trifft, speichere die Handhistorien und wende dich an den Support des Pokerraums.
  6. Schütze auch dein Wallet. Wenn du mit Krypto einzahlst, schau dir die Tipps aus dem Ratgeber zum Ein- und Auszahlen von Bitcoin im Online-Poker an.

Begriffe wie HUD, bb/100 und Showdown erklären wir in unserem Ratgeber mit Pokerlexikon und Pokerrechner.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Superuser im Online-Poker?

Das ist jemand, der beim Spielen die verdeckten Karten seiner Gegner sieht. In früheren Fällen lag die Schwachstelle beim Pokerraum selbst. In diesem Fall kam der Zugriff laut den Berichten über eine Malware, die auf dem Computer der Opfer installiert war.

Betrifft das alle, die bei GGPoker, CoinPoker oder ACR spielen?

Die Berichte sprechen von einem gezielten Angriff auf rund 30 High-Stakes-Spieler, wobei 10 bis 30 Computer in Europa, Nordamerika und Ozeanien identifiziert wurden. Über diese Gruppe hinaus sind bisher keine weiteren Opfer öffentlich bekannt.

Muss ich Jurojin oder IntuitiveTables deinstallieren?

Jurojin gibt an, die Sicherheit seiner Updates erhöht und die Nutzer kontaktiert zu haben, die nach Einschätzung des Unternehmens betroffen waren. Wenn du eines dieser Tools nutzt, aktualisiere es nur über die offizielle Website, führe einen Virenscan durch und such nach Fernzugriffsprogrammen wie Mesh Agent, die du nicht selbst installiert hast.

Bekomme ich eine Rückerstattung, wenn ich betroffen war?

Das hängt vom jeweiligen Pokerraum ab. CoinPoker gibt an, mehr als 100.000 US-Dollar vom verdächtigen Konto eingezogen und Beträge an Opfer zurückerstattet zu haben. Die anderen Pokerräume haben bisher keine Rückerstattungsregelung für diesen Fall veröffentlicht.

Quellen

Dieser Text dient der Information und stellt keine technische, rechtliche oder finanzielle Beratung dar.

Spiel verantwortungsbewusst. Nur ab 18 Jahren – und prüfe das gesetzliche Mindestalter in deinem Land.

Wer hier schreibt

Das Team von RakebackPokerWorld: professionelle Poker-Affiliates seit 2017, mehr als 20.000 Spielern geholfen. Wir testen Pokerräume, Zahlungen und Rakeback, bevor wir sie empfehlen.

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